Hier folgt ein Ausschnitt aus dem Buch, in dem ich über die Erfahrungen berichte, die ich als Erwachsene mache, wenn ich weinen möchte, weil mich ein Erlebnis stark beeinträchtigt bzw. betroffen gemacht hat, – und wie es sich auf Babys auswirkt, wenn sie vom Weinen abgehalten werden.
Ausschnitt aus dem Buch:
lm besten Fall kann ich in der Nähe einer vertrauten Person oder alleine weinen. Ich würde mir wünschen, dass diese Person mir zuhört, vielleicht körperlich Nähe gibt und mich in meinem „So-Sein“ ernst nimmt. Egal ob ich nun weine oder erzähle, ich möchte gehört und gesehen werden mit meinen Gefühlen. Mich „gefühlt fühlen“, wie Lienhard Valentin in einem Seminar sagte.
Oft höre ich Sätze wie …
- Ja, das war schon schlimm, aber hör auf mit dem Weinen, es ist ja schon vorbei …
- Schau, ich erzähl dir was, damit du wieder auf andere Gedanken kommst …
- Wieso weinst du, das hat ja gar nichts mit dir zu tun …
- Bitte hör auf zu weinen, ich halte das nicht mehr aus.
Hilft mir das?
NEIN
Wie fühle ich mich dann?
- Es kommt oft noch eine neue Enttäuschung oder ein Schmerz hinzu.
- Ich brauche Kraft, um alles zu unterdrücken, weil es die Person nicht aushalten kann oder sie sich nicht damit auseinandersetzen will/kann.
- Ich frage mich, ob meine Gefühle oder Wahrnehmungen wirklich stimmen?
- Ich werde unsicher, ob ich das Thema oder ob ich mich einem anderen Menschen wirklich zumuten kann.
Was empfindet ein Baby/Kleinkind, wenn es weinen möchte und die Erwachsenen halten es davon ab, mit Stillen, dem Schnuller, einer Trinkflasche, mit Essen, mit Ablenken, Herumtragen und Schaukeln?
Das Baby/Kind empfindet vielleicht:
- Es ist nicht gut, wenn ich mich so zeige, das wollen die Erwachsenen nicht.
- Das halten sie nicht aus. (Kinder haben sehr feine Antennen und spüren vieles.)
- Habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, versteht mich keiner?
- Vermutlich stimmt das nicht, was ich fühle (Für Kinder sind die Eltern immer richtig) –> Wenn das oft passiert, schwächen solche Erfahrungen das Kind.
- Es lernt, dass das Gefühl, das es gerade empfindet, mit Essen, Trinken oder auf andere Weise zu beantworten ist.
Dieses Verhalten der Eltern schwächt die Beziehung zu ihrem Kind.
Kinder, die zu viele Spannungen haben, fühlen sich nicht wohl. Das zeigt sich auf ganz verschiedene Weise.
- Sie werden anhänglich.
- Sie werden aggressiv.
- Sie können sich nicht alleine beschäftigen.
- Sie können nicht gut schlafen.
- Sie sind mit allem unzufrieden.
- Sie finden nicht so leicht ins selbständige Spiel.
- Sie jammern.
- Oder ganz anders …
Natürlich gibt es auch andere Gründe, warum Kinder sich auf diese Art zeigen.
Sicher ist, dass es EINEN GRUND dafür gibt, und es ist wichtig, herauszufinden, was mir das Kind auf diese Art sagen will.
Zitat Ende
Im Buch finden sich viele Beispiele und Erfahrungsberichte, damit die Leserinnen und Leser meine Erkenntnisse in den eigenen Alltag übertragen können.